Chronik der Sportkreistage


Sportkreistag 2022

Der Sportkreistag des Sportkreis Main-Kinzig e. V. fand in diesem Jahr wiederholt der Pandemie geschuldet, coronakonform im Herbert-Dröse-Stadion in Hanau statt.

 

Die zentralen Punkte auf der Tagesordnung des Sportkreistages waren der Bericht des Sportkreisvorsitzenden, Helmut Meister und das Impulsreferat „Haltung zeigen im Main-Kinzig-Kreis – unsere gesellschaftliche Verantwortung am Beispiel des Sports“ von Angelika Ribler, Referatsleitung Jugend- und Sportpolitik der Sportjugend Hessen und Behzad Borhani, langjähriges Vorstandsmitglied der Sportjugend Hessen und des Sportkreises Gießen.

 

Über 100 Vereinsvertreter und Vereinsvertreterinnen aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis versammelten sich im Herbert-Dröse-Stadion. Als Gäste konnten der Hanauer Stadtrat, Thomas Morlock, der scheidende Präsident des Landessportbundes Hessen e. V, Dr. Rolf Müller und der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, begrüßt werden.

In seinem Grußwort bedauerte Thomas Morlock die Belegung etlicher Hallen, zum Beispiel die August-Schärttner-Halle in Hanau, die als Impfzentrum umgewandelt wurde, und bedankte sich bei den Vereinen für ihr Verständnis. Er betonte auch noch einmal ausdrücklich, dass es keine Gebühren für die Hallennutzung geben würde. Thomas Morlock lobte den Impulsvortag „Haltung zeigen“, als gesellschaftliches Engagement.

 

Dr. Rolf Müller sprach den  Vereinsvertreter*innen höchste Anerkennung aus, für deren Engagement und für die gesellschaftliche Verantwortung für den Sport. Mit viel Kreativität habe man die schwierige Zeit in den Vereinen gut überstanden, die Mitgliederentwicklung sei‘ auf einem guten Weg. Er machte noch einmal deutlich, der Sport ist ein Bindeglied für die Gesellschaft, Sport ist immer mehr gewesen als nur Bewegung. Dr. Rolf Müller forderte vehement: Ein Lockdown dürfe sich auf keinen Fall wiederholen. Als scheidender Präsident des Landessportbundes Hessen e. V. bedankte er sich für die gute, zurückliegende Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Vorstandes des Sportkreises Main-Kinzig e. V. und den Vereinen.

 

 

In seinem Grußwort bedankte sich Thorsten Stolz bei den Vereinen für ihr Durchhaltevermögen und lobte alle ehrenamtlich engagierten Vereinsvertreter*innen. Die Vereinsaktivitäten laufen wieder an, nicht nur im sportlichen Bereich. Die Wertschätzung eines Vereines sei eine Andere geworden, Vereine wurden nicht nur im sportlichen Bereich vermisst, vielmehr auch als Stätte der Begegnung und Kommunikation. Die Jugendarbeit in den Vereinen zu unterstützen, Migration und Integration, Menschen wieder zu begeistern, das seien unter anderem zentrale Themen für die zukünftige Vereinsarbeit.    

 

Der Sportkreisvorsitzende, Helmut Meister, ging in seinem ausführlichen Bericht auch auf die Mitgliederentwicklung ein. Der Sportkreis Main-Kinzig konnte zum 01.01.2022 eine Mitgliederzahl von 128.081 verzeichnen und lag damit nur 77 Mitglieder unter dem Vorjahreswert. Dies ist eine normale Schwankungsbreite. Meister geht davon aus, dass die durch Corona bedingten Mitgliederrückgänge gestoppt sind und in Zukunft wieder mit entsprechenden Zuwächsen  gerechnet werden könne. Bezogen auf die Anzahl der Vereine, ist der Sportkreis Main-Kinzig weiterhin der größte Sportkreis in Hessen.

Helmut Meister bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises für  das Hilfsprogramm unter dem Motto „Vereinsperspektive“, dass für alle Kultur- und Sportvereine im Jahr 2021 auf den Weg gebracht wurde. Für die Sportvereine wurden im Rahmen diese Hilfsprogrammes 375.000 Euro zur Verfügung gestellt. Davon flossen 250.000 Euro in eine Erhöhung der ÜL-Pauschale von 0,30 Euro auf 1,00 Euro je Stunde und die restlichen 125.000 Euro wurden durch den Sportkreisvorstand in einem unbürokratischen Antragsverfahren vergeben. Hier konnte vielen, durch die Coronapandemie in finanzielle Not geratenen Vereine, geholfen werden. 

Foto: Reiner Faust
Foto: Reiner Faust

 

Weiterhin berichtete Meister über die einzelnen Referate des Sportkreises Main-Kinzig. So werde es zeitnah eine gemeinsame Werbekampagne mit dem staatlichen Schulamt geben, um zusätzliche Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen zu erreichen. Auch der Sportabzeichen-Wettbewerb soll in den Schulen wieder mehr belebt werden. Im Referat Bildung wurden unter anderem bereits mehr als 20 Seminare zum Schwerpunktthema „Kindeswohl im Sport“ durchgeführt. Sportvereine dürfen bei Kindeswohlgefährdung nicht wegschauen, sondern müssen eine Kultur des Hinsehens entwickeln. Ein zentraler Schwerpunkt des Referates Familien, Frauen, Integration und Inklusion war auch 2021 der Hanauer Stadtlauf  „Stärke zeigen – keine Gewalt gegen Frauen“, der zwar nicht in gewohnter Form stattfinden konnte, aber die Frauenhäuser in Hanau und Wächtersbach konnten trotzdem mit einer Spende von 12.500 Euro bedacht werden.

 

Die Jugendwartin, Michael Seifert, teilte in ihrem Bericht für die Jugend mit, dass zentraler Schwerpunkt ein Kennenlernen der Jugendwarte/Jugendwartinnen in den Vereinen gewesen sei. Dies konnte aber der Situation geschuldet, bislang nur in „Online-Stammtischen“ stattfinden.

 

Das Impulsreferat „Haltung zeigen im Main-Kinzig-Kreis“ mit Angelika Ribler und Behzad Borhani wurde in einem Dialog zwischen den beiden und den anwesenden Vereinsvertreter*innen geführt. Haltung haben, Haltung zeigen, gesellschaftliche Verantwortung tragen und Sinne schärfen, für gewisse Situationen oder Konflikte im Verein, wachsam sein, waren die Schwerpunkte dieses Vortrages. Die Werte des Sportes seien eindeutig: Respekt voreinander haben, ein faires Miteinander, Vielfalt, kein Rassismus, zuhören, statt weghören, hinschauen statt wegschauen. Wenn es um Konflikte geht, den Blick auf Betroffene richten, welche diskriminiert oder gemobbt werden. Solidarität untereinander. Der Opferschutz sollte im Mittelpunkt stehen. Betroffene immer ernst nehmen. Ribler und Borhani konnten die anwesenden Vereinsvertreter*innen mit ihrem Vortrag noch einmal für diese wichtigen Themen sensibilisieren.

 

Abschließend bedankte sich Helmut Meister in seinem Schlusswort, auch im Namen seiner Vorstandskolleginnen und -kollegen, bei allen Anwesenden für die Teilnahme am diesjährigen Sportkreistag. „Lasst uns gemeinsam mit Mut und Zuversicht die kommenden Aufgaben angehen. Die Aufbruchstimmung in unseren hessischen Turn- und Sportvereinen ist deutlich zu spüren. Der Sportkreisvorstand wird Eure Vereinsarbeit weiterhin nach besten Kräften unterstützen.“ 

Foto: Sportjugend Hessen
Foto: Sportjugend Hessen


Sportkreistag 2021

Der neu gewählte Vorstand des Sportkreises mit dem neuen Vorsitzenden Helmut Meister (vorne links) / Foto: Willi Schmitt
Der neu gewählte Vorstand des Sportkreises mit dem neuen Vorsitzenden Helmut Meister (vorne links) / Foto: Willi Schmitt

Der Sportkreistag des Sportkreis Main-Kinzig e. V. fand in diesem Jahr, der Pandemie geschuldet, coronaconform im Herbert-Dröse-Stadion in Hanau statt. Er stand auch symbolisch dafür, dass es nach den vielen, vielen Monaten des „sportlichen Lockdowns“, nun wieder aufwärts gehen soll. Die Wahl des neuen Vorstandes und die Verabschiedung der geänderten Satzung des Sportkreis Main-Kinzig e. V., waren die zentralen Punkte auf der Tagesordnung des Sportkreistages.

 

Über 130 Vereinsvertreter und Vereinsvertreterinnen aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis versammelten sich im Herbert-Dröse-Stadion. Als Gäste konnten der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky, der Präsident des Landessportbundes Hessen e. V., Dr. Rolf Müller und der Vizepräsident Vereinsmanagement des Landessportbundes Hessen e. V, Dr. Frank Weller, begrüßt werden.

 

Bei den Wahlen des neuen Vorstandes des Sportkreis Main-Kinzig e. V. gab es einige personelle Veränderungen. Da im Vorfeld schon bekannt war, dass Stefan Bahn nicht mehr als Vorsitzender des Sportkreises antreten würde, gab es einen Wechsel an der Spitze. Als neuer Vorsitzender wurde einstimmig Helmut Meister, bislang einer der stellvertretenden Vorsitzenden, gewählt.

Weiterhin schieden Andreas Lindner, Stephan Pillmann und Frank Arnold auf eigenen Wunsch aus dem Sportkreisvorstand aus.

 

Der neu gewählte Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen und wurde jeweils einstimmig gewählt: Vorsitzender: Helmut Meister, stellvertretende Vorsitzende: Sieglinde Weber, stellvertretender Vorsitzender: Florian Dinges, Finanzmanagement: Jens Fischer, Referentin Sportentwicklung, Demographischer Wandel: Brigitte Senftleben, Referent Breitensport, Sport und Gesundheit: Hans Jürgen Wolfenstädter, Referentin Bildung, Personalentwicklung: Ursula Steinau, Referent Kindertagesstätten, Verein, Leistungssport: Dennis Herpich, Referentin Familie, Frauen, Senioren, Integration, Inklusion: Gabriele Ewald, Referent Umwelt, Infrastruktur: Jürgen Jung.

 

Die von der Jugendvollversammlung bereits gewählten Jugendwarte, Michaela Seifert und Moritz Wetzel, wurden von den anwesenden Vereinsdelegierten ebenfalls einstimmig bestätigt. 

 

 

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Sportkreistag 2020 - ausgefallen wegen der Corona-Pandemie


Sportkreistag 2019

Foto: Frank Arnold
Foto: Frank Arnold

Anlässlich des Sportkreistages Main-Kinzig hat Sportkreisvorsitzender Stefan Bahn den ehrenamtlich engagierten Vertretern der Vereine für ihren unermüdlichen Einsatz gedankt. Rund 200 Vereine waren im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen vertreten. Der Vorstand des Sportkreises wurde einhellig entlastet. Ausgiebig erörtert und thematisiert wurde das Kooperationsfeld „Schule und Verein“.

 

Unter den Ehrengästen zu finden: die Landtagsabgeordneten Michael Reul und Max Schad, Sinntals Bürgermeister und Vorsitzender des Kreistags, Carsten Ullrich, Winfried Ottmann vom Kreisausschuss sowie Malte Jörg Uffeln (Bürgermeister Steinau), Dr. Albrecht Eitz (Bürgermeister Freigericht), Roland Weiß (Bürgermeister Bad Orb) und Altlandrat Charly Eyerkaufer.

 

„Sie stehen für den Sport von Maintal bis Sinntal“, brach Landrat Thorsten Stolz in seinem Grußwort eine Lanze für das Ehrenamt, „ohne das der Sport nicht funktionieren würde“. Stolz präsentierte sich als Partner der Sportvereine, lobte die hervorragende Kinder- und Jugendarbeit und setzte ein Ausrufezeichen hinter die gezielte Förderung der im Kreisgebiet ansässigen Vereine. Der Main-Kinzig-Kreis habe im vergangenen Jahr insgesamt 415 Projekte im Volumen von 354 000 Euro unterstützt und gefördert. Die größte Sportförderung betreffe die kostenfreie Nutzung der kreiseigenen Sportstätten und Schulturnhallen, was für die Vereine einen stolzen Gegenwert von rund 4,8 Millionen Euro darstelle. „Und jetzt habe ich auch noch eine gute Nachricht für die Schwimmbadnutzer“, wies Stolz darauf hin, dass der Main-Kinzig-Kreis in den kommenden fünf Jahren von Fördergeldern des Landes Hessen profitiere. „Allein 1,8 Millionen Euro fließen in diesem Jahr in den Main-Kinzig-Kreis“, sagte Stolz und nannte mit dem Freibad in Schlüchtern, dem Hallenbad in Gelnhausen, dem Niddertalbad und dem Freibad in Langenselbold die förderwürdigen Projekte. Eine halbe Millionen Euro stelle der Main-Kinzig-Kreis zusätzlich zur Verfügung, um auch kleineren Bädern eine gezielte Förderung zu ermöglichen. Abschließend sagte Stolz: „Wir verstehen uns als verlässlicher Partner des heimischen Sports“, und durfte sich des Beifalls der Vereinsvertreter sicher sein.

 

Auch Helmut Meister, Vizepräsident beim Landessportbund Hessen, beschäftigte sich in seinem Grußwort mit den finanziellen Mitteln. Funktionierende Geschäftsstellen, Integration und Inklusion, die Kooperation mit Schulen, der demografische Wandel, erschwerte gesellschaftliche Bedingungen: Die Sportkreise, berichtete Meister, hätten im Rahmen ihrer vielfältigen Aufgaben wichtige Funktionen zu erfüllen. Beispielhaft seien 2018 im Main-Kinzig-Kreis rund 300 000 Euro an die Vereine als Zuschuss für 1.650 Übungsleiter geflossen. „Nach Jahren des Stillstandes müssen wir über die Anhebung der Sportförderung reden“, stellte Meister der hessischen Landespolitik nicht gerade das allerbeste Zeugnis aus. 

 

Foto: Frank Arnold
Foto: Frank Arnold

In seinem Tätigkeitsbericht ging Vorsitzender Stefan Bahn auf die vielfältigen Aufgaben des Sportkreises im abgelaufenen Geschäftsjahr ein: „Bei der Datenschutzschulung in Maintal waren 120 Vereinsvertreter dabei, in Gelnhausen über 200 und bei der Schulung in den Räumen der Sparkasse Hanau mehr als 70.“ Zusätzlich gab es noch Schulungen zum Datenschutzbeauftragten. Bahn appellierte an die Vereinsvertreter, genau zu überprüfen, ob die Datenschutzgrundverordnung auf der eigenen Vereinshomepage korrekt umgesetzt werde – „Ich sehe vor allem in der Datenschutzerklärung noch große Lücken“, so der Vorsitzende. Aber auch die weiteren Seminare des Sportkreises waren stets ausgebucht: „Ein besonderes Kompliment gehört dem Bildungsteam um Ursula Steinau, die immer wieder am Puls der Zeit sind und die wichtige Impulse für das Vereinsmanagement liefern!“ dankte Bahn dem außerordentlichen Engagement des gesamten Bildungsteams.

 

Weiter ging Stefan Bahn auf den Vereinsförderungsfonds des lsbh ein: Ein Großteil der Sportvereine nutze den Fördertopf nicht – nur 70 der 572 Sportvereine hätten die Fördermittel komplett abgerufen – hier sei noch Luft nach oben: „Wir werden hier die Vereine verstärkt drauf hinweisen ihre Mittel abzurufen – es erleichtert die Investitionstätigkeit der Sportvereine und unterstützt diese bei der Gestaltung attraktiver Angebote für die Zukunft!“

 

€ 150.000 Fördermittel wurden durch 21 Kommunen des MKK im Programm „Integration durch Sport“ abgerufen, der Integrationskoordinator Ervin Susnik unterstützt hierbei die Kommunen und einzelnen Sportcoaches.

 

Mit der Gründung eines „Club der 1.000“ habe der Sportkreis den großen Vereinen ein Instrumentarium zum Gedankenaustausch und der Entwicklung von Ideen an die Hand gegeben. Die Treffen sind stark besucht – das sei auch wichtig. Denn der Verein der Zukunft werde eine Mischung aus Haupt- und Ehrenamt sein. Dies sei auch für den geplanten „Club der 500“ wichtig. „Hauptamtliches Vereinsmanagement ist die einzige Möglichkeit die Zukunft des Sports gemeinsam zu entwickeln“, plädierte Stefan Bahn für eine Professionalisierung der Sportorganisation. Ein weiteres Herz- und Nierenthema sei die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein: „Es setzt eine Kooperation auf Augenhöhe voraus“, mahnte der Sportkeisvorsitzende, „der Verein darf nicht zum Vehikel für die Schule werden“

 

Aber auch die weiteren Themen und Veranstaltungen des Sportkreises im abgelaufenen Jahr konnten sich sehen lassen: so war die Hallensportschau in Schlüchtern wie immer ein Publikumsmagnet, der Stadtlauf in Hanau brachte auch wieder € 25.000 Spenden für die beiden Frauenhäuser im Kreis. An der Sportlerehrung des Main-Kinzig-Kreises ist der Sportkreis beteiligt und auch der Sportentwicklungsplan wurde dank Landrat Thorsten Stolz auf den Weg gebracht.

 

„Wir kommen nicht Drumherum, die Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten neu zu organisieren“, beschäftigte sich Stephan Schulz-Algie, Referatsleiter Schule und Sport der Sportjugend Hessen, in seinem Referat mit Fragen einer vernünftigen und für beide Seiten wertschätzenden Kooperation zwischen „Schule und Verein“. Durch die bildungspolitischen Entscheidungen zur flächendeckenden Einführung der Ganztagsschule und der gymnasialen Schulzeitverkürzung stehe der organisierte und gemeinwohlorientierte Sport vor besonderen Herausforderungen. In der Zielsetzung seien sich die Verantwortlichen aus Sport und Politik einig: Kinder sollen im Lebensraum ausreichend qualitative Bewegungs- und Sportmöglichkeiten erhalten, aber auch die Welt der Sportvereine kennenlernen.

 

Durch die Überwindung der institutionellen Abgrenzung von Schule und Sport erhielten die Vereine neben der gesellschaftlichen Anerkennung ihrer Arbeit auch die Möglichkeit, neue Mitglieder im Nachwuchsbereich zu gewinnen. Befasse man sich eingehender mit der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen, werde deutlich, dass eine Vielzahl von Kooperationsmöglichkeiten existiere. Schulz-Algie referierte über das schulische Konzept „Pakt für den Ganztag“, zu dem neuerdings auch die Bergwinkel-Grundschule in Schlüchtern ihr Betreuungsangebot als Pilotschule des Main-Kinzig-Kreises erweitert habe.

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Sportkreistag 2018

Der diesjährige Sportkreistag des Sportkreises Main-Kinzig fand in diesem Jahr im Main-Kinzig Forum in Gelnhausen statt. Informationen zum Thema „Kindeswohl“ sowie „Neue Datenschutz-Richtlinien – Was müssen Vereine hierbei beachten“ – waren unter anderem Hauptdiskussionsthemen der jährlichen Versammlung der Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsvereine sowie den Fachverbandsvertretern. Auf der Tagesordnung standen aber auch die Neuwahlen des Vorstandes.

 

Stefan Bahn, Vorsitzender des Sportkreises Main-Kinzig begrüßte die rund 250 Vereinsvertreter aus den 578 angeschlossenen Vereinen und die zahlreich erschienen Ehrengäste. Unter ihnen der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, der Bürgermeister der Gemeinde Gelnhausen, Daniel Christian Glöckner und den Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller.

 

Landrat Thorsten Stolz ging in seiner Begrüßungsansprache auf die weitere kostenfreie Nutzung vieler Sportstätten durch die Vereine ein und sagte eine fortwährende Unterstützung zu. „Als Landkreis wollen wir die Rahmenbedingungen für die Vereine möglich machen“. Des weiteren bedankte sich Stolz bei den Vereinsvertretern noch einmal ausdrücklich für die engagierte Kinder- und Jugendarbeit.

 

Der Präsident des Landessportbundes, Dr. Rolf Müller, betonte vehement in seiner Rede, dass Vereine keine reinen Sportstätten mehr seien und warnte davor, dass Vereine von „sozialen Tankstellen“ zu „Reparaturbetrieben für gesellschaftliche Defizite“ verkommen könnten. Gerade die Integrationsmaßnahmen während der Flüchtlingskrise seien beispielsweise maßgeblich von Ehrenamtlichen, besonders aus den Vereinen, bewerkstelligt worden, während die Politik hier versagt hätte. Er bedankte sich bei den Vereinsvertretern ausdrücklich für die auch hier, in diesem Bereich, geleistete ehrenamtliche Hilfe und Arbeit. 

 

Über „Kindeswohl“ und die Umsetzung der Vereinbarung im Main-Kinzig-Kreis referierte der Hanauer Rechtsanwalt, Michael Scragg, der seit seiner Jugend im Sport engagiert ist. Er machte deutlich, dass es ganz wichtig sei, auch zum eigenen Schutz der Übungsleiter und Trainer in den Vereinen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, aufmerksam und sorgsam damit umzugehen. So sollte es selbstverständlich sein, dass man bei Sportveranstaltungen nicht mit den Kindern zum Beispiel duscht oder gemeinsam in einem Zelt schläft. 

 

Das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis sollte von Übungsleitern und Trainern zum Wohle und Schutz der minderjährigen Sportlerinnen und Sportler in den Vereinen, alle 5 Jahre eingeholt und dem Verein vorgelegt werden. Im erweiterten polizeilichen Führungszeugnis sind unter anderem sexuelle Straftaten an Minderjährigen aufgeführt. „Für die Vereine eine Ehrenverpflichtung so zu handeln“, so Michael Scragg. Auf der Webseite des Landessportbundes können sich entsprechende Informationsbögen heruntergeladen werden. 

 

Einen sehr informativen Vortrag zum Thema „Neue Datenschutzrichtlinien in den Vereinen“ hielt der Rechtsanwalt, Dr. Frank Weller. Ende Mai trat die neue Datenschutz-Grundverordnung – DSGVO - in Kraft, an der natürlich auch die Vereine nicht vorbeikommen. „Welche Daten von welchen Leuten werden wie verarbeitet? Wer hat Zugang zu den Daten, wo gehen Daten hin – das sind alles technische und organisatorische Fragen, die geklärt werden müssen. Die Mitglieder müssen darüber informiert werden, was mit ihren Daten passiert z. B. auf Merkblättern, Anmeldeformularen oder auf der Homepage“, so Weller. Wenn sich mehr als 10 Leute mit Datenschutz im Verein beschäftigen, muss es einen Datenschutzbeauftragten geben, der aber nicht im Vorstand tätig sein darf. Datenschutz darf aber auch die Vereine in ihrem Handeln nicht einschränken bzw. einengen. Herr Dr. Weller appellierte an die anwesenden Vereinsvertreter nachdringlich, ein Seminar „Datenschutz im Verein – die neue DSGVO“ zu besuchen, um überprüfen zu können, was wurde bereits im eigenen Verein getan, wo besteht noch Handlungsbedarf. Der Sportkreis Main-Kinzig bietet diesbezüglich ein Seminar am 08. September 2018 an, Anmelden können sich Vereinsvorstände und alle Interessierten unter www.sportkreis-main-kinzig.de

 

Anschließend berichtete der Sportkreisvorsitzende Stefan Bahn über das abgelaufene Jahr. Zentrale Themen waren auch hier unter anderen das Kindeswohl in den Vereinen, die Kinder sollten einen bestmöglichen Schutz haben, das sei selbstverständlich. Im Sportabzeichen Wettbewerb der Schulen haben von über 100 Schulen im Main-Kinzig-Kreis, 29 teilgenommen, hier sei noch viel Luft nach oben. Ausdauer, Sprungkraft und Schnelligkeit ist für Kinder und Jugendliche eine Grundlage, die die Schulen ihren Schülern durch ablegen des Sportabzeichens ermöglichen sollten. Bahn bedankte sich hierbei ganz besonders bei der Sparkasse Hanau, die hier als Sponsor fungiert und unterstützt.

 

Ein wichtiger Punkt ist auch die Integrationsarbeit. Im Sport geschieht Integration, ohne Blick auf Herkunft oder Hautfarbe. Sport verbindet und integriert. Im Sport hat Integration bereits stattgefunden, bevor es das Wort überhaupt gab. Bahn betonte die historische Leistung des Sports bei der Integration.

 

Die Homepage des Sportkreis Main-Kinzig ist nun komplett überarbeitet, erscheint im neuen Design und steht 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Auch die Anforderungen der DSGVO wurden hier erfüllt.

 

Im Bereich Sportentwicklungsplanung im Main-Kinzig-Kreis werden entsprechende Pläne neu erstellt oder überarbeitet. Der Sportkreis ist hier eingebunden. Was den Sportbetrieb in Vereinshallen oder Stadien angeht, sei noch vieles verbesserungswürdig bzw. läge im argen, so Bahn. Er wird auch weiterhin seine Finger in offene Wunden legen und nachhaltig dran bleiben, dass ein reibungsloser und ordnungsgemäßer Sportbetrieb stattfinden könne. In vielen Vereinshallen lässt die Instandhaltung oder Instandsetzung von vielen Dingen zu Wünschen übrig. Sportgeräte fehlen oder sind kaputt etc. Er bittet die Vereine, dem Sportkreis entsprechende Informationen zukommen zu lassen.

 

Die Zusammenarbeit mit dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, lobte Bahn in seinem Bericht ausdrücklich und bedankte sich bei Stolz. Er benannte ihn sogar als „Sportlandrat“, da er in vielen Bereichen schon viel bewegt hat und er überdurchschnittlich viel auf sportlicher Ebene präsent sei.

 

Im Bereich Seminare führte das Team um seine Vorstandskollegin, Ursula Steinau, im letzten Jahr 15 Qualifizierungen durch. Anschließend ging Bahn in seinem Bericht noch einmal allgemein auf die Vereinsarbeit ein. In Sachen Vereinsorganisation könne nur eine effiziente Mischung aus Ehrenamt und Hauptamt der Weg in die Zukunft sein. Generell sei Ziel, die Vielfalt des Sports in den Vereinen zu erhalten und auszubauen. Man müsse noch mehr über den Tellerrand schauen, um zu sehen, was kann einem Verein noch gut tun und helfen. Des weiteren ist Bahn der Meinung, dass die Vereine nur mit Ehrenamtlichen in Zukunft einen modernen Verein aus Zeitgründen nicht mehr alleine führen können. Viele Vereinsvorstände seien am Limit ihres Schaffens und geben irgendwann entnervt auf und dies könne nicht sein. Vereine seien mittlerweile zu kleinen Unternehmen geworden und brauchen für jeden Bereich Fachleute (Steuern, Management, Personalführung etc.), dies sind Rahmenbedingungen, die sich viele im Ehrenamt nicht zusätzlich noch stellen können. Viele Mitglieder im Verein wollen oder können sich nicht deutlich im Verein mit engagieren. Die Vereine werden zukünftig immer mehr Kooperationen z. B. mit Fitnessstudios eingehen müssen, um „up to date“ zu sein und um weiteren Unterstützung und Hilfe zu bekommen. Weiterhin berichtete Bahn über die Gründung des „Clubs der 1000“, Großvereine, die mehr als 1000 Mitglieder haben, um neue Konzepte zu entwickeln. www.sport-in-hessen.de Er bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei allen anwesenden ehrenamtlichen Vereinsvertretern für ihre Arbeit und lobte besonders ihren Einsatz an allen Ecken und Fronten. „Man müsse dankbar sein, für jeden, der sich in irgendeiner Art für die Mitglieder in den Vereinen einsetzt und engagiert“, so Bahn abschließend in seinem Bericht.

 

Anschließend konnte Stefan Bahn einigen Vereinen, deren Vertreter anwesend waren, Bewilligungsbescheide aushändigen für Investitionen in Sportanlagen oder langlebigen Sportgeräten.

 

Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes, wurden die Wahlen des Vorstandes, von Wahlleiter Dr. Rolf Müller, durchgeführt. Einigkeit herrschte an der Spitze des Vorstandes, der bisherige Vorsitzende Stefan Bahn wurde von den zahlreichen anwesenden Delegierten einstimmig in seinem Amt bestätigt. An seiner Seite werden Sieglinde Weber, Helmut Meister und Florian Dinges die Arbeit als stellvertretende Vorsitzende verrichten, sie wurden auch einstimmig wieder gewählt. Im Bereich Finanzen kandidierte Jens Fischer aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr. Hier stellte sich Andreas Lindner, Vorsitzender der TSG Erlensee, zur Wahl und wurde einstimmig bestätigt. Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit gab es einen Wechsel, Hans-Jürgen Gaehn stand aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, hier wurde Frank Arnold, langjähriger Vereinsvorsitzender der Hanauer Rudergesellschaft, vom Vorstand vorgeschlagen. Frank Arnold wurde von den Anwesenden einstimmig gewählt. Stefan Bahn bedankte sich noch einmal bei Jens Fischer und Hans-Jürgen Gaehn für die gute Zusammenarbeit und die geleistete Arbeit. Die weiteren Vorstandsmitglieder des Sportkreises wurden in ihren Ämtern bestätigt und für ihre Bereiche einstimmig wieder gewählt: Sportentwicklung, Demografischer Wandel – Brigitte Senftleben, Breitensport, Sport und Gesundheit, SPAZ – Hans Jürgen Wolfenstädter, Bildung, Personalentwicklung – Ursula Steinau, Kindertagesstätten, Schule und Verein, Leistungssport – Stephan Pillmann, Familie, Frauen, Senioren, Integration, Inklusion – Gabriele Ewald, Umwelt, Infrastruktur – Jürgen Jung. Weiterhin gehören dem Vorstand an, Vertreter der Jugend – Simone Conrad und Carsten Krüger. Stefan Bahn gratulierte seinen alten und neuen Vorstandskollegen und freut sich auf eine weitere, konstruktive Zusammenarbeit.

 

Nach den Wahlen gab es noch einen Antrag auf Satzungsänderung/Ergänzungen durch den Vorstand des Sportkreises Main-Kinzig zu beschließen. Hierbei ging es um um den www.sport-in-hessen.de Datenschutz der Mitglieder. Die Ergänzungen wurden einstimmig von den Anwesenden bestätigt.

 

Nachdem es keine weiteren Tagesordnungspunkte und Diskussionsthemen mehr gab, bedankte sich der in seinem Amt bestätigte Sportkreisvorsitzende, Stefan Bahn, bei allen anwesenden Vereinsvertretern für das Kommen und wünschte, weiterhin viel Erfolg, Spaß und vor allen Dingen, einen langen Atem bei ihrem Engagement in der Vereinsarbeit. Er bedankte sich auch noch bei den Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Sportkreises, besonders bei Sandra Reitz, die sich in den Mutterschutz verabschiedete. Abschließend wünschte Bahn allen einen guten Nachhauseweg